Bastel und Ideenseite

 

Vorab, hier gibt es keine detaierten Bauanleitungen mit Massangaben usw. Ich beschreibe hier, wie ich aus teilweise artfremden Teilen - ODER nennen wirs Schrott - Dinge hergestellt habe, die ich aus Basteltrieb oder für Experimente im Amateurfunk eingesetzt habe. Schön mussten sie nicht aussehen, nur billig sein und ihren Zweck erfüllen.

Ich suchte immer für mich und meine Materialsituation für billige und machbare Varianten. Bei anderen Amateuren kann sich die Lage schon ganz anders ergeben. Möglichkeiten und Spass an kleine mechanische Arbeiten (Hobbykeller) sollte man schon haben, ansonsten kommt man mit kaufen schneller ans Ziel. Erwähnen möchte ich auch, dass bei mir nicht jede Idee zum Ziel geführt hat und Manches noch als Einzelteilsammlung rumliegt.

1. Das Mikrofon:

Um für Versuche einen schnellen Mikrofonwechsel zu erreichen und auf die teilweise recht teuren Spezialstecher zu verzichten habe ich mir pro Funkgerät einen Adapter hergestellt, dessen Ende immer in bei mir zahlreich vorhandenen Diodensteckern endet. Die Kapseln wurden in Aluhülsen (Filmdosen) mit entsprechender Buchse montiert. Eine Idee kam mir auch beim Ausmustern meines Rasierapparates. Wobei ich fast jedes technische Gerät aus Interesse, befor ich es entsorge zumindest öffne und einen Blick auf das Know How lege und nach Teilen für weitere Verwertung suche.

Grundkörper ist von einem Joystick - und einzelne austauschbare Kapseln

Der umgewandelte Rasierapparat

 

2. LNB als Antennenverstärker:

Diese Konverter enthalten Breitbandverstärker, die teilweise recht brauchbare Ergebnisse im 70cm Band bringen. Neuere Typen haben das alles auf einer Platine, doch bei den verwendeten Typ ist alles getrennt. Es ergiebt sich noch eine interessante Möglichkeit mittels der für H/V Umschaltung auch zwei Antennen mittels 14/18 Volt zu schalten. Wunder sind nicht zu erwarten, doch kann die Kabeldämfung schon über Hören und Nichthören entscheiden. Nicht erprobt, aber theoretisch möglich müsste auch eine Anwendung im 23cm Band sein. Eingesetzt und bewährt hat sich dieser Verstärker bei 840MHz in Verbindung mit einer drehbaren Doppelquad.

3. Interface für Digitale Betriebsarten:

Auch wenn die Fertigprodukte Plug und Play fähig sind bastle ich mir so etwas lieber selbst. Man wird ja nicht dümmer dabei, und manchmal hat man sogar eine Idee. Die PTT Schaltung am TX mache ich ganz einfach mit einem DIL Relais. Hier gibt es Exemplare mit integrierter Diode. Je nach Anschluss an der RS232 kann man die Tastung beeinflussen. Und wenn man eben noch eine Diode vorschalten muß sind es auch erst zwei Bauelemente, die in Luftverdrahtung ohne Platinenhalt, eventuell an einer Buchse angelötet werden können.

Zwischen zwei Aluplatten werden die Bauelemente angeordnet.

Es passt auch alles in eine Musikkassettenschachtel. Dicker Schaltdraht stabilisiert zusätzlich.

Diese kleinen Kästchen erfüllen auch noch den Zweck, dass man für verschieden Anwendungen nicht mehrere Kabel mit dem Spezialstecker fürs Funkgerät benötigt. Alles endet an einer mehrfach vorhandenen Steckernorm, die leicht zu löten sind. Zum Teil bekommt man diverse Stecker für komerzielle Technik nur noch auf Flohmärkten - und wer will schon warten. Beim Aussondern alter Technik sollte man sich die Kabel mal ansehen. So hatte ein alter Handscanner einen Stecker der in die CAT Buchse beim FT897 passt. Auch Mausstecker passen dort an die Datenbuchse, mit etwas Glück sind sie voll verdrahtet, meist fehlt der wichtige Masseanschluß. Velängerungskabel haben schon mal einen dicken angegossenen Stecker, der ohne mechanische Bearbeitung am Gehäuse blockiert.

4. Paddel:

Als ich meine Liebe für Telegrafie neu entdeckte kam auch der Wunsch zur Elbug. So wurden zahlreiche Erstmuster gebaut. Ich bevorzuge kurze Wege und Leichtgängigkeit. Da ich bis heute noch nicht richtig in mit squeeze Tasten geben kann langt mir eine einfache Mechanik.

Schliesslich ist dieses Relaisteil an meinen 3 Tasten gelandet. Einzig der Tasthebel wurde verlängert.

5. Antennen:

Für Fieldday usw suchte ich nach einer geeigneten Antenne. Wenn es mal schnell gehen muss dauert ein Dipol oder LW schon zu lange. Mit niedrig hängenden Drahtantennen habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Nach dem Prinzip der KD3 habe ich mir ein Sortiment von Rohrstücken und Spulen zusammengestellt.

Sämtliche Teile sind mit M6 Madenschrauben verbunden. Den Feinabgleich erledige ich mit einer als letztes Stück aufgesetzten Teleskopantenne.

Schnell augebaut sind auch Spulenantenne, die ich auf ein Abstimmteil stecke. Die lambda/2 Stücke sind auf Installationsrohrgewickelt. So sind 14MHz bis 28MHz beherrschbar.

Mittels Dachkapazität oder Spulen lassen sich die 5,5m CB und Breitbandantennen verlängern. Diese Variante hielt bei mir bisher allen Winden stand, was ich von einer 3m Rohrverlängerung nicht sagen kann. Zumal das Aufstellen mit entsprechenden Abspannschnüren auch in geringer Höhe schon recht mühsig ist.

Da wo es nicht anders geht lassen sich auch horizontal Antennen so verlängern. So habe ich mal unter Dach eine 2element aufgebaut. Bis auf die Richtwirkung konnte sie aber meiner Windom keine Konkurenz machen.

 

Für portable oder Antennenexperimente kam ich auf eine für mich einfache Variante eines Halters für Angelruten oder Glasfieberstäbe. An einem Winkeleisen wurden vier Hülsen angeschraubt, die zwar nicht in einer Ebene liegen, was aber in der Praxis keine Rolle spielt. Je nach Anwendungsfall kann man eine Quad (Delta Loop) oder einen Richtstrahler mit abgewinkelten Elementen aufbauen.

Je nach Länge der Hülsen und Einstecklänge kann man auf weitere Befestigung verzichten. Duch die Spannung der Drähte werden die Glasfiberstäbe fest in ihren Aufnahmen gehalten.

 

Kurze Antennen:

Nun bin ich beim stöbern im Internet auf Dosenantenne, Mikrovert usw gestossen. Beim OV-Abend war es ein Lacher."Geht sowieso nicht" war noch gelinde. Als ich Fotos an meine Kollegen schickte war eine Antwort. "Geht das auch mit brauner Farbe ?" - Nun ich habe mich nicht beirren lassen und Versuche angestellt - obwohl ich ja Antennen habe.

1.Versuch

Da die Antenne zu hoch resonant war habe ich am Top eine Scheibe angebracht. Mitlerweile habe ich aber auch Teleskopstäbe mit entspechenden Gewindeadaptern parat und die Antenne steckt in einem PVC Rohr.

In der Funkbude, etwa 2 Meter neben mir wurden erste cw qso gefahren. Ich war begeistert ! Die lange für 40m und die Dose für 30m. Dann stellte ich sie eine Etage höher auf den Dachboden - wegen EMV - HI ! Nun wollte ich die 40m Antenne noch kürzer gestalten - auch das ging.

 

Mir schwebte vor eine Antenne für 160m zu bauen, da ich auf diesem Band nichts vollwertiges aufbauen kann. Also erst mal eine 80m Variante testen. Das ging zwar auch doch ist hier trotz dicken Strahler und kleiner Spule die Bandbreite sehr gering.

Die Stehlampe, so nannte ich den Testaufbau hat 20cm Höhe und 68cm Durchmesser.

Ein zweiter Test mit einem Rohr 1500X50 bestätigte die Ergebnisse.

Als Abstimmelement an der Antenne wurde lediglich ein Alustreifen befestigt. Weil ich nicht genügend RG58 hatte verwendete ich 75ohm TV-Kabel, was mir auf 30 und 40 die Anpassung verschlechterte, ich kam nicht mehr auf SWR 1:1 auf 80 aber keine Probleme bereitete. Hier verwende ich ca 11,5m für ca 80KHz SSB Bereich und mit 4m Verlängerung kann ich in CW funken. Nun warte ich auf den Fieldday damit die 40m auch mal die Sonne sieht - HI.

Die Viertelwellenstücke wurden ausgedippt, scheinen aber nicht so kritisch zu sein. Mantelwellensperren wurden mit bifilar bewickelten Ringkernen oder mit Koax gewickelt - aber auch der einfache Kabelwickel funktionierte bei mir. Das ist sicherlich die günstigste Variante, wenn die Antenne nicht ortsfest aufgebaut wird. Denn zumindest im Innenbereich machen sich Lageänderungen stark bemerkbar.

Besonders bei DL7AHW und DL7PE fand ich wertvolle Hinweise - tnx

IDEE

Als ich bei der Beschreibung der Antenne von Momopolen las kam mir doch gleich die Idee das ganze System in Form eines vertical Dipols aufzubauen. Nun aus Platzgründen und weil ich untersuchen wollte wie wohl die Richtwirkung einer so kurzen Antenne sein würde habe ich sie erst einmal horizontal polarisiert. - es funktioniert ! Übrigens habe ich bei dieser Anordnung keine Mantelwellendrossel benötigt.

In der Testzeit kam mir zu Gute dasz gerade in GB geheiratet wurde und eine Reihe RP66 in der Luft waren. Bei richtigen pileup bei seltenen DX bin ich bisher noch nicht zum Zuge gekommen - aber da würde sich die QRO-beam Gemeinde ja eingraben - HI.

Bisher habe ich Antennen von 80m bis 17m gebaut und damit gefunkt. Bei den Tests befanden sich die Antennen anfangs im Shag dann unterm Dach, wie man auf den Bildern auch sehen kann. Gedanken mache ich mir immer noch um eine 160 Meter Version, obwohl ich hier wegen der zu erwartenden geringen Bandbreite keine allzu groszen Erwartungen habe. Das ist der Stand Mai 2011.

6. Adapter:

Das sich im laufe der Zeit und von Gerät zu Gerät auch mal die Steckernormen ändern brauche ich ja nicht erwähnen. Bei mir war es der Wunsch in der kalten Jahreszeit wegen 30 Minuten OV-Runde nicht die Funkbude zu heizen. So kam ich auf die Idee ein vorhandenes TV-Kabel zu nutzen. Die für mich einfachste Variante war ein Adapter von F auf BNC. (Bild rechts Mitte) Erstaunlicher Weise passte das Gewinde auch noch zusammen. Im Bild sind noch andere selbstgefertigte Varianten zu sehen, die den teueren Fertigprodukten in nichts nachstehen. Zum Teil sind sie gar nicht erhältlich, weil nicht mehr gebräuchlich.